Baugeschichte
Der Zeitzer Dom St. Peter und Paul wurde nach der Gründung des Bistums Zeitz im Jahr 968 unter Kaiser Otto I. errichtet. Die heutige Bausubstanz geht größtenteils auf einen romanischen Neubau des 11. Jahrhunderts zurück, dessen beeindruckende Krypta bis heute erhalten ist.
Im Mittelalter wurde der Dom im gotischen Stil umgestaltet, bevor er im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und anschließend teilweise barock erneuert wurde. Nach der Reformation verlor er seine Funktion als Bischofssitz und diente fortan als Schlosskirche.
Heute vereint der Dom Elemente aus Romanik, Gotik und Barock und gilt als bedeutendes Zeugnis der Bau- und Kirchengeschichte in Sachsen-Anhalt. Wenn Sie mehr erfahren möchten, klicken Sie hier.
Ausgrabungen
Im Zuge der Sanierung des Schlosses Moritzburg fanden von 1994 bis 1998 baubegleitende archäologische Ausgrabungen in den beiden Schlosshöfen, dem Dom und der Klausur statt. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Gott, ich bin in Deinem Haus. Ich komme zur Ruhe, der Lärm bleibt draußen. Ich darf einfach da sein, so wie ich bin. Meine Gedanken ziehen vorüber, und ich werde still. Es tut gut, hier zu sein – bei mir und bei Dir.
Du bist da, unsichtbar und doch nah.
Krypta
Die dreischiffige Hallenkrypta mit Koncha liegt unter dem Chorquadrat und reicht bis in das Vierungsquadrat hinein. Sie entstand nach aktuellen Forschungen gleichzeitig mit der Kirche im 11. Jahrhundert.
Ursprünglich verfügte die Krypta über vier Rundbogenfenster und zwei Zugänge, die heute teilweise verändert sind. Acht Säulen tragen das Gewölbe, wobei die westlichen Kapitelle mit Voluten verziert sind.
Unterschiedliche Kapitellformen lassen sich nicht eindeutig verschiedenen Bauphasen zuordnen, mit Ausnahme einiger gotischer Veränderungen im westlichen Bereich.
Zur Zeit der Herzöge von Sachsen-Zeitz diente die Krypta als Begräbnisstätte der herzoglichen Familie.
Kreuzgang
Kreuzgänge sind Orte der Ruhe, des Gebets und der Meditation. Der Begriff bedeutet „Gang mit dem Kreuz“ und verweist auf Prozessionen, etwa zum täglichen Gebet, zur Kreuzverehrung oder zu Gräbern.
In klösterlichen Gemeinschaften verband der Kreuzgang alle wichtigen Lebensbereiche miteinander: die Kirche als Gebetsraum, den Kapitelsaal für Versammlungen, das Refektorium als Speisesaal sowie Bibliothek, Skriptorium und Schlafräume. Gleichzeitig diente er auch als Begräbnisstätte – ein Ort, an dem Leben und Tod eng miteinander verbunden sind. Mit seinen vier Seiten lädt der Kreuzgang zum stillen, meditativen Umhergehen ein.
Nach der Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg im Jahr 1028 entstand am Dom ein Stiftskapitel – eine Gemeinschaft von Priestern (Kanonikern), die gemeinsam lebten, beteten und für die Seelsorge verantwortlich waren. Geleitet wurde sie vom Propst und dem Dechant.
Um 1100 begann das Kapitel mit dem Bau des romanischen Kreuzgangs und der zugehörigen Klausurgebäude. Teile davon sind bis heute erhalten: Im Ostflügel befindet sich ein zugemauerter Rundbogen mit kunstvoll verzierten Kapitellen. Hinter einer Glastür liegt ein romanischer Raum, in dem 1966 mehrere Gräber entdeckt wurden. Auch die angrenzenden Gebäude im Osten stammen größtenteils aus dieser Zeit.
Christophorusgewölbe
Das Christophorusgewölbe im Zeitzer Dom St. Peter und Paul zeigt eine Darstellung des heiligen Christophorus, der das Christuskind trägt. Solche Bilder waren im Mittelalter weit verbreitet und sollten Schutz und Orientierung im Glauben geben.
Die Malerei verbindet Architektur und religiöse Symbolik und macht das Gewölbe zu einem besonderen Ort der Betrachtung innerhalb des Doms. Zu besonderen Anlässen werden dort Konzerte gehalten.
Käselieb
Wer im Zeitzer Dom St. Peter und Paul genau hinschaut, entdeckt hoch oben eine kleine Figur: den Käselieb. Mit nur etwa 38 Zentimetern Größe ist er leicht zu übersehen – und gerade deshalb etwas Besonderes.
Sein Name stammt aus früherer Zeit und wurde für einfache Leute verwendet. Die Figur steht sinnbildlich für die vielen Menschen, die am Bau des Doms beteiligt waren, ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen.
Um den Käselieb erzählt man sich eine Geschichte: Sie handelt von einem Mann und seiner Tochter, die für unterschiedliche Glaubensvorstellungen stehen. Während sich das Christentum ausbreitet, hält sie an alten Traditionen fest. So spiegelt die Erzählung den Wandel einer ganzen Epoche wider.
Heute erinnert der kleine Käselieb daran, dass hinter großen Bauwerken oft die Geschichten ganz gewöhnlicher Menschen stehen.
Zwischen alten Mauern und stillen Räumen wird spürbar, was bleibt: Zeit, Erinnerung und ein leiser Hauch von Ewigkeit






Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann laden wir Sie herzlich ein, unseren Dom bei einem kurzen virtuellen Rundgang zu entdecken.
Noch schöner ist es natürlich, den Dom persönlich zu erleben – kommen Sie gern vorbei! Bei einer Führung erzählen wir Ihnen viele spannende und interessante Geschichten rund um dieses besondere Bauwerk.
Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch !
